Coil-Reinigung: Verfahrenstechnik auf höchstem Niveau für Produkte im Millimeter-Bereich

EVT entwickelt komplexe Verfahrenstechnik zur Entfettung von Rohren aller Durchmesser und Längen

Mit 25 Jahren Erfahrung in der industriellen Teilereinigung könnte man annehmen, die EVT-Konstrukteure hätten Mühe noch Weiterentwicklung zu generieren – weit gefehlt! Im geografischen Zentrum des deutschen, wenn nicht gleich des europäischen Maschinenbaus wird ständig getüftelt und nach Lösungen gesucht.

„Mit der Weiterentwicklung der Produktpaletten und Fertigungsprozesse in nahezu allen Industrien ändert sich das Anforderungsprofil an die technische Sauberkeit von Bauteilen kontinuierlich.“, erklärt Costa Burkhardt, Geschäftsführer der EVT Eiberger Verfahrenstechnik, gleichermaßen Wunsch und Notwendigkeit des Innovations-Gens seines Unternehmens.

Eine der Spezialisierungen des Sonderanlagenbauers sind Anlagen für die Entfettung von Rohren, sowohl im Coil als auch Stangenware. Die Teilereinigung von Rohr-Coils allerdings birgt ihre ganz eigenen Ansprüche: Bei Rohrlängen von teilweise bis zu 3 km und einem Innendurchmesser von einem Millimeter oder weniger ist die adäquate Reinigung keine Selbstverständlichkeit. EVT hat ein Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, solche Spezial-Rohre, die beispielsweise in der Medizintechnik aber auch in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz kommen, rückstandslos zu reinigen.

„Wir haben einen Prozess entwickelt, bei dem wir Perchlorethylen mit 400 bar Druck durch die Coils spülen. Allerdings kommt dieser ohne die herkömmlichen Pumpen-Anwendungen aus. Eine Reinigung mit modifizierten Alkoholen ist aus Ex-Schutz-Gründen nicht möglich. Je nach Durchsatz kann die Anlage mit mehreren Anschlussmöglichkeiten ausgestattet und so für einen sehr variablen Anwendungsbereich aufgesetzt werden. Somit entsteht ein zukunftssicheres SetUp, das einen langfristigen Einsatz der Anlage gewährleistet.“, so Burkhardt. Zusätzlich zur Innenreinigung der Rohre ist auch die Kombination Innen- und Außenreinigung der Coils mit entsprechenden Warenträgersystemen in einer Anlage möglich.

Bisher sind bereits Projekte erfolgreich abgeschlossen, im Rahmen derer mit der Typenreihe GIGANT inzwischen bis zu 12m lange gerade Rohre und Profile und bis zu 3km lange Rohre im Coil gereinigt werden. Die Entwicklung der verfahrenstechnischen Herangehensweise, die es erlaubt, auch minimale „Röhrchen“ zu reinigen schafft eine neue Sicherheit im Fertigungsprozess mikromechanischer Anwendungsbereiche. Die EVT-Expertise in diesem Segment ist ein Alleinstellungsmerkmal in diesem Nischenbereich der industriellen Teilereinigung. Sie zeigt die Notwendigkeit von Custom-Lösungen, die absolut individuell auf den Bedarf des Kunden zugeschnitten sind.

„Diese Art Anfragen haben wir auch auf unserer diesjährigen Leitmesse parts2clean in Stuttgart verstärkt herausgehört.“, ergänzt Julia Scharmann, Marketingleiterin bei EVT.

Wir bewerten die Messe als Erfolg und als Bestätigung großer Teile unserer Herangehensweise. Die Branche ist ein wenig angespannt aufgrund des Drucks unter dem wiederum der Automobilmarkt steht. Auf uns wirkt sich dieser bisher nicht so sehr aus. Die Gespräche, die wir geführt haben, zeigen zwar einerseits die Vorsicht und erhöhte Sorgfalt, mit der größere Investitionen geprüft werden – andererseits sind noch keine Projekte eingefroren worden. Bei EVT wird weiterhin mit handwerklicher Qualität, einem überdurchschnittlichen Sicherheitsanspruch und der klaren Ausrichtung auf Sonderlösungen und Custom-Anlagen konstruiert und gefertigt. Das macht uns national und international zu einem gefragten Partner wenn es um technische Sauberkeit und die Optimierung der Fertigungskette geht.“

Die Messe ist für die Hersteller von Reinigungslösungen Meet Up und Leistungsshow zugleich und hat auch internationale Relevanz. Mit 150 qm Standfläche gehörte EVT in diesem Herbst zu den Big Playern der parts2clean. „Auch wenn die Quantität des Vorjahres nicht ganz erreicht wurde – mit der Qualität der Kontakte, der Quote an Neukontakten und sogar konkreten Abschlüssen gehen wir sehr zufrieden in die Wintersaison“, resümiert Costa Burkhardt.